Momentan gibt es ja große Diskussionen über den LFR exploit und in wie weit der 8 Tage Ban gerechtfertigt ist. Wie wäre es, wenn wir mit einer kurzen Geschichtsstunde anfangen?
Als Gaming eSport wurde waren LAN Partys ganz groß. Vielleicht erinnert ihr euch daran - ich auf jeden Fall, ich war dabei und habe diese organisiert. Damals war “Cheater” nicht das “ey alda, deinä mudda” sondern eher das “*piep* *pieeeeeep* *pieeeeeeep* *pieep* *piep*”. Wurde man auf einer LAN dabei erwischt wie man cheatet, wurde man im schlimmsten Fall direkt vor die Tür gesetzt. Einen Clan zu finden, in seinem aktuellen zu bleiben oder nochmal auf eine LAN zu gehen ohne dabei erkannt zu werden war schwer. Sehr schwer.
So viel zur Geschichte. Fast forward - Dezember 2011. 4.3 Released und Deathwing wartet darauf, dass ihm ein paar Helden Schwerter über den Fuß ziehen - so einen Pediküre ist ja auch etwas nettes zwischen dem ausrotten von 2 Kontinenten.
Die großen Gilden bereiten sich wie immer vor. Taktiken bereit legen, mit Twinks und Mains normal Mode clearn, Gear ausbessern, Pläne für die Bosse zurecht legen usw. Jeder der glaubt, dass da einfach nur 25 Leute vor dem Rechner sitzen und anfangen spielen weiß nicht so wirklich was für ein Aufwand betrieben wird. Mit einer der Gründe, warum die Sponsoren die Gilden lieb haben. Es wird alles getan um ganz oben im Ranking zu stehen. Und die Konkurrenz wird immer größer, das Race immer härter, der Aufwand immer mehr.
For The Horde z.B. war der Meinung mit 3 Raids gut aufgestellt zu sein. Bis bekannt wurde, dass es Gilden gibt, die mit 5 / 6 Raids Gear farmen. Es gibt immer jemand der es zum nächsten Extrem treibt.
Durch den LFR exploit war es möglich Unmengen an Gear zu farmen. Und die 4er Tank Boni, diverse 2er DPS und ein paar Trinkets waren ein Upgrade, selbst für 391er equipte Chars.
Es war von Anfang an abzusehen, dass es ein Exploit ist. Und er wurde genutzt. Wie viele zuvor auch. Bisher beschränkte sich das meistens auf einen oder zwei Bosse pro Instanz die den Progress um ein paar Stunden verkürzten. Und Blizzard hat fast nie etwas unternommen.
Der wohl bekannteste Fall war Lich King für den Ensidia ein 3 Tage Ban bekam. Damals wurde viel spekuliert wie angemessen es war. Die Tatsache, dass ein GM eingeschaltet war, zuschaute und es nicht direkt abzusehen war, was der Bug war, machte den Ban fragwürdig. Das aberkennen des Kills nicht. Das war aus meiner Sicht okay.
Diesmal war allen beteiligten aber bewusst, dass es ein Bug / Exploit ist. Und er wurde ausgenutzt. Massiv. Nicht nur, dass der Aufwand immer größer wird an der Spitze der Rankings zu sein, die Bereitschaft Exploits zu finden und auszunutzen wächst. Und Blizzard hat nun das einzig richtige getan und einen harten Warnschuss von sich gegeben. 3 Tage wären eine Option, aber nicht das Zeichen, dass sie setzen wollten. 8 Tage. Das sind eine Woche Urlaub die sich viele genommen haben. 8 Tage ist eine Woche Progress. 8 Tage werden mindestens 5 bis 6 First Kills sein. Ein deutliches Zeichen.
Natürlich ist es hart - hätte Blizzard früher mit einem 3 Tage Ban z.B. eingegriffen, hätte es nicht so weit kommen müssen. Die Schuld liegt nicht nur alleine bei den Gilden, die den Exploit verwendet haben. Aber ein Recht sich zu beschweren haben sie aus meiner Sicht ebenfalls nicht. Sie haben bewusst einen Exploit ausgenutzt - und nun müssen sie mit den Konsequenzen leben. Aktion - Reaktion. So funktioniert das Leben eben.
Das sie nicht geknickt sein dürfen sage ich nicht. Es war nicht bekannt wie das Bug using bestraft wird. Ob überhaupt. Hätten sie es nicht getan wären sie im Vergleich zu anderen Gilden im Nachteil gewesen. Das passt einfach nicht in die aktuelle Progress-Mentalität und Anforderungen. Und genau hier ist der Part den man Blizzard vorwerfen kann - wenn man sich nicht mal sicher sein kann ob Bug using überhaupt bestraft wird.
Was ich gerade herrlich finde sind die Reaktionen aus der Community. Das Mitleid für Cheater. Das geflame auf Blizzard. Das Fanboy-tum das schon fast dem Verhalten von 14 jährigen Mädchen die vor einem haarlosen sowas-wie-ein-Mann stehen gleich kommt. Auch wenn ich mich alt anhöre - vor 10 Jahren hätte es das nicht gegeben.
Auf der anderen Seite haben wir die armen, benachteiligten, unterdrückten, geschundenen und nahe zu vergewaltigten want-to-be pros. Die bösen Gilden die Bugs verwenden um sich einen Vorteil gegenüber ihnen im Progress zu verschaffen. Könnte jemand für die bitte mal ein Schild hoch halten, dass sich keiner für sie interessiert, da sie eh nicht in Rankings auftauchen und es sie damit nicht mal betrifft? Danke.
Die Reaktionen der Gilden sind ebenfalls unterschiedlich. Felyndiia hat es schön zusammen gefasst warum FtH es getan hat. Mogi erklärt die Hintergründe. Es gibt noch den Raid-Talk von gestern, aber da ich damit beschäftigt war Ultraxion zu treten und auf einem Schiff in leuchtende Kreise zu rennen konnte ich ihn noch nicht hören.
Ensidia bleibt der Linie wie wir sie aus Mancys Raid Week und Co kennen treu. Bau schieße, verhalte dich wie ein Arschloch und flame was das Zeug hält. Hört sich vielleicht hart an, obwohl ich Ensidia eigentlich unterhaltsam finde, war aber schon des öfteren das gleiche Prinzip.
Paragon - und das rechne ich unseren Freunden aus Finnland hoch an - zeigt Rückgrat, steht dazu, entschuldigt sich und fertig.
Alles in allem gerade eine Recht unterhaltsame Zeit und viel GZSZ während des Progress. Auf der einen Seite finde ich es angemessen, dass Blizzard endlich Stellung bezieht und zeigt, dass Bug using nicht toleriert wird auf der anderen Seite wäre es mir lieber gewesen, sie hätten dies vorher konsequenter getan, so dass der Progress nicht so sehr beeinflusst wird.
Das wirklich Gute? Bloodlust - wir - kann zusammen mit FtH und Paragon mit dem HC Progress anfangen :>